Innovativ und digital – Kaufleute für Versicherungen und Finanzen am Leo-Statz-Berufskolleg

Zum Blockbeginn von zwei „iPad-Klassen“ am 9. April 2018 lud das Leo-Statz-Berufskolleg in Düsseldorf, Anfang Mai zu einem Informationstag ein. Was auf einem Netzwerktreffen der Düsseldorfer Ausbildungsbetriebe Anfang 2017 ursprünglich als kleines Pilotprojekt mit einer Klasse geplant war, wurde aufgrund des großen Interesses der Versicherungsunternehmen auf zwei Klassen ausgeweitet.

Wo sich einst die Bücher von den Auszubildenden auf den Tischen „türmten“ und Collegeblöcke im Mittelpunkt standen, beherrschen heute Tablets und Unterricht mit neuster Technik das Bild.

„Wenn ich sehe, wie die Auszubildenden und Lehrer zwischen den Lernplattformen wechseln, Lern-Apps miteinander kombinieren und gekonnt einsetzen, kann ich nicht glauben, dass das Projekt erst seit drei Wochen läuft“, freut sich der IT-Verantwortliche Betreuer der Stadt Düsseldorf, Herr Wolfram Schmitz.

Dass die Vorbereitung auf das Pilotprojekt – mit dem das Leo-Statz-Berufskolleg in NRW im Ausbildungsberuf Kaufleute für Versicherungen und Finanzen Vorreiter ist – tatsächlich schon seit dem 24. April 2017 läuft, wird deutlich, als Projektleiterin Petra Becker die Meilensteine des Projekts vorträgt.

Zu den Gästen zählten an diesem Tag neben den bereits seit Monaten aktiv in enger Kooperation beteiligten Unternehmensvertretern (Frau Petra Basner Talanx Versicherung, Frau Nicole Esser Sparkassen Direkt-Versicherung, Frau Eva-Karina Gust Provinzial Versicherung und Frau Miriam Müller ERGO Versicherung) auch Herr Norbert Woehlke als stellvertretender Geschäftsführer der IHK-Düsseldorf sowie Herr Wolfram Schmitz vom Schulverwaltungsamt.

Zum Programm an diesem Tag ging es nach der Begrüßung durch Schulleiter Andreas Ratzmann zu einer Unterrichtssequenz zum Thema „Hausratversicherung“ in die Blockgruppe 21 von Klassenlehrerin Frau Martina Reef-Ertan. Der praktische Einsatz kollaborativer Lern-Apps, QR-Codes zur „Verteilung von Arbeitsblättern“ sowie die Umsetzung von innovativem Unterricht im Schulalltag bekamen die Gäste hautnah mit. Der ein oder andere unserer Gäste fühlte sich dabei an die eigene Schulzeit erinnert, als hinten im Klassenraum zur Hospitation Platz genommen wurde. „Wo sind denn diese klassischen Kreidetafeln geblieben“, wunderten sich die Besucher, als auch nach dem Besuch in der Parallelklasse BLG 22 wieder nur ein interaktives Smartboard und iPads zum Einsatz gekommen waren. Beide Unterrichtsbesuche machen deutlich, dass die Lehrer nach wie vor den Lernprozess aktiv steuern und Experten für die Auswahl und Aufbereitung der Inhalte sind.

Zu den wichtigen Faktoren für das Gelingen des Projektes zählt neben den innovativen Ausbildungsbetrieben, die entwicklungsfreudigen Lehrerinnen und Lehrer, der Schulträger, der sich finanziell und personell engagiert und der hauptberufliche, schulische Systemadministrator, der technische Probleme schnell lösen kann, ohne dass Unterricht ausfällt.

Aus Sicht der neuen Auszubildenden ergeben sich durch das digitale Hilfsmittel iPad Vorteile durch die „bücherlose Schultasche“, die interaktive Zusammenarbeit durch den einfachen Datenaustausch sowie die strukturierte Sicherung der Lernunterlagen auf der Plattform Moodle. Es macht Spaß und motiviert, war das Feedback der Schülerinnen und Schüler nach den ersten drei Wochen.

Der Umgang mit digitalen Medien ist unser wichtiges Anliegen, erklärt Schulleiter Andreas Ratzmann. Die oft formulierte Kritik hinsichtlich des Nachlassens von Konzentrations-, Lese- und Schreibfähigkeit können wir im Unterricht der Sekundarstufe II höchstens eingeschränkt feststellen. Ihr kann im Unterricht aber wirksam begegnet werden. Realistisch gesehen, ist eine gesellschaftliche oder berufliche Teilhabe ohne den kompetenten Umgang mit digitalen Medien nicht möglich. Bei unserer berufskolleg-spezifische Aufgabe, Schüler und Auszubildende auf die Arbeitswelt vorzubereiten, spielt die zeitgemäße Abbildung betrieblicher Leistungserstellungsprozesse eine entscheidende Rolle. Diese sind nun einmal zu großen Teilen digitalisiert. Dabei muss die Technik im Klassenraum (weitgehend) störungsfrei laufen. Sie darf nicht im Mittelpunkt stehen, kein „Zeitfresser“ sein und muss sich reibungslos in den Unterrichtsablauf einfügen.

Dass an so einem Projekt zur erfolgreichen Umsetzung auch die Schulbuchverlage sowie eine funktionierende technische Infrastruktur gehören, stellt Projektleiterin Petra Becker in der abschließenden Gesprächsrunde noch einmal dar: „Der Europa-Verlag als Herausgeber der digitalen Schulbücher war uns in den vergangenen Monaten ebenso ein verlässlicher Partner, wie die Unternehmen – die die iPads der Auszubildenden finanzieren – als auch die Stadt Düsseldorf, die uns mit ihrem Medienteam unterstützt. Lernen in der digitalen Welt wird mit LOGINEO NRW ermöglicht, welches mit der Lernplattform „Moodle“ schulische Kommunikation vereinfacht und für Organisation und Datenverwaltung den notwendigen Datenschutz gewährleistet.

Die beteiligten Ausbildungsbetriebe zeigten sich begeistert darüber, dass die Investitionen in die iPads gut eingesetzt werden. Gelobt wurde von Seiten der Unternehmen zudem die gute Zusammenarbeit mit dem Leo-Statz-Berufskolleg, wo Alexander Roese, Bildungsgangleiter der Kaufleute für Versicherungen und Finanzen, abschließend erklärte: „Die Kooperation mit den Betrieben werde fortgeführt, um das Berufsfeld der Kaufleute für Versicherungen und Finanzen fit für die digitale Zukunft zu machen.“

Autoren:
StR Christian Biermann
Mitglied des iPad-Teams
OStD Andreas Ratzmann
Schulleiter